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Europameisterschaft 2009 in Ystad PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 25. August 2009
Eine Europameisterschaft ist immer eine aufregende Sache. Bei der Ystad Offshore Week 2009 trafen sich Anfang August die besten Offshore-Segler, um in der Vermessungsklasse ORC International den Europäischen Champion zu ermitteln. Und das Ownership Sailing Team um Steuerfrau Kirsten Harmstorf war zum ersten Mal mit dabei.

Zwar haben die meisten Seglerinnen der Crew bereits früher an internationalen Meisterschaften teilgenommen, so zum Beispiel mit der J24 vom Mühlenberger Segel-Club, aber in der Dickschiff-Szene weht doch ein etwas anderer Wind. Profi-Segler, aufgepimpte Hightech-Yachten und niegelnagelneue Segel gehören hier fast zum Standard. Dass wir da nicht ganz vorne mitmischen können, war uns klar. Trotzdem wollten wir natürlich unser bestes geben, und entsprechend hatten wir uns auf das Event in Südschweden auch vorbereitet.

Die Notice of Race sah ein straffes Programm vor: Bereits am ersten Regattatag stand die Mittelstrecke an. Nach einer kurzen Pause sollte es im Anschluss gleich auf die Langstrecke gehen. Das hieß: kaum Pausen und wenig Schlaf. Da aber für die gesamte Veranstaltung recht wenig Wind angesagt war, sollte sich die Anstrengung in Grenzen halten. Trotzdem wurde es für uns recht schnell aufregend. Wir kamen bei der Mittelstrecke zwar gut aus den Startlöchern, aber auf der zweiten Kreuz brach unser Genua-Rutscher, so dass wir auf Backbord-Bug keine Höhe mehr laufen konnten. Das war an sich schon ziemlich verhängnisvoll, weil dadurch im weiteren Verlauf des Rennes einige Konkurrenten an uns vorbeiziehen konnten. Viel mehr Sorgen machte uns allerdings die Langstrecke: Können wir bis zum Start am Abend den Schaden beheben?

Weder der dürftig ausgestattete örtliche Schiffsausrüster, noch die anderen Crews konnten uns weiterhelfen. Zum Glück hatten wir Marianne mit an Bord, eine Schwedin, die nicht weit entfernt wohnte. Sie setzte alle Hebel in Bewegung, um einen Ersatzrutscher für uns aufzutreiben. In letzter Minute kehrte sie mit einem neuen Rutscher nach Ystad in den Yachthafen zurück. Kaum war sie an Bord gesprungen, mussten wir uns auch schon auf den Weg zur Startlinie für die Langstrecke machen. Puh, das war ganz schön knapp. Auf so viel Aufregung kann man bei einer EM wahrlich verzichten.

Die Langstrecke verlief dann recht unspektakulär. Bei wenig Wind segelten wir in den Sonnenuntergang. Eher unter Land bleiben oder weiter raus fahren, war die taktische Frage. Wir entschieden uns für die zweite Variante und lagen damit, wie sich rausstellen sollte, recht gut. Aufgrund der Wettervorhersage entschied die Wettfahrtleitung, das Rennen zu verkürzen, so dass wir bereits am nächsten Morgen gegen 8 Uhr direkt vor Ystad durchs Ziel gingen. Kurz zuvor wurde es erneut aufregend. Bei dichtem Nebel hörten wir in unmittelbarer Nähe das Nebelhorn und die Motorengeräusche der Schnellfähre zwischen Ystad und Bornholm. Keine angenehme Situation, die – wie wir später erfuhren – auch auf anderen Yachten kurzweilig für Unruhe sorgte. Das war aber nur von kurzer Dauer, so dass wir uns über unseren 10 Platz freuen konnten.

Durch die Bahnverkürzung hatten wir dann den ganzen Tag frei. Und wir nutzen das tolle Wetter für einen Strandaufenthalt und einen Ausflug zu den „Ale's Stones“ bei Kåseberga – der schwedischen Variante von Stonehenge in England. Sehr beeindruckend. Am nächsten Tag standen dann vier und am übernächsten Tag drei Up-and-Down-Rennen an. Und hier kamen wir leider nicht so richtig in Fahrt. Trotz größter Anstrengungen hinsichtlich Trimm und Taktik kamen wir über eine 16 Platz als bestes Ergebnis nicht hinaus. Auf diesen kurzen Strecken konnten wir den Vorsprung, den wir aufgrund der Vermessung erreichen mussten, leider nicht raussegeln. So erreichten wir im Gesamtergebnis „nur“ einen 19 Platz.

Insgesamt war es aber trotzdem ein tolles Event, bei dem wir wieder viel gelernt haben. Europameister wurde übrigens das deutsche Beluga Sailing Team mit Christian Plump als Steuermann, der am letzten Tag noch von Platz 4 zum Titelgewinn segeln konnte. Mit dem Ownership Sailing Team freuen wir uns auf jeden Fall auf die Schifffahrtsregatta, die am 29. August 2009 von Maasholm nach Ærøskøbing führt. Hier werden wir gemeinsam mit unserem Sponsor, dem Emissionshaus Ownership, am Start sein.
 
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